"tx-reverse 360°" im PanormaLab des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.
Virgil Widrich, Martin Reinhart und Siegfried Friedrich im PanormaLab des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe bei "tx-reverse 360°", Oktober 2018
"tx-reverse", Standbild, 2018
"tx-reverse", Standbild, 2018
"tx-reverse", Standbild, 2018
Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018. Foto: Alexander Grennigloh
Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018. Foto: Alexander Grennigloh
Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018. Foto: Alexander Grennigloh
Virgil Widrich und Martin Reinhart bei den Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018. Foto: Alexander Grennigloh
Virgil Widrich und Martin Putz bei den Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018. Foto: Alexander Grennigloh
Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018. Foto: Alexander Grennigloh
Virgil Widrich und Martin Reinhart bei den Dreharbeiten zu "tx-reverse" im Kino Babylon Berlin, 12. Juli 2018.

tx-reverse 360°

Ein Raum-Zeit-Schnitt durch das Kino.
A 2018, Rauminstallation und Kurzfilm, 10K, DCP, Farbe, 1:2,39
Länge: 5 min.

Was ist hinter der Kinoleinwand? Es verwundert nicht, dass Kino-im-Kino-Szenen oft in Horrorfilmen verwendet werden. Denn sie irritieren und beunruhigen, indem sie uns – die unbeweglichen, im gemütlichen Dunkel versteckten Betrachter – an unsere eigene fragwürdige Position erinnern. Was, wenn die Kräfte der unbegrenzten Vorstellungskraft durch die Leinwand hindurch in unsere Realität eindringen? Was, wenn der Zuschauerraum sich auflöst und mit ihm die vertrauten Regeln des Kinos selbst? Auf bisher nie gezeigte Weise zeigt "tx-reverse" diese Kollision von Realität und Kino und zieht seine Zuseher in einen Strudel, in dem die gewohnte Ordnung von Raum und Zeit außer Kraft gesetzt zu sein scheint.
Bereits in den 1990er Jahren erfand Martin Reinhart eine Filmtechnik namens "tx-transform", welche die Zeit (t)- und die Raumachse (x) im Film miteinander vertauscht. Normalerweise bildet jeder einzelne Filmkader den ganzen Raum, aber nur einen kurzen Moment der Zeit (1/24 Sekunde) ab. Bei tx-transformierten Filmen ist es jedoch genau umgekehrt: Jeder Filmkader zeigt die gesamte Zeit, aber nur einen winzigen Teil des Raumes – bei Schnitten entlang der horizontalen Raumachse wird so der linke Teil des Bildes zum "Vorher", der rechte Teil zum "Nachher".
20 Jahre nachdem Martin Reinhart und Virgil Widrich diese Filmtechnik erstmals in einem Kurzfilm einsetzten ("tx-transform", 1998), beschäftigen sie sich erneut mit der Frage, welche bisher ungesehene Welt bei der Vertauschung von Raum und Zeit entsteht, passenderweise gleich in einem Kino und in vollen 360°: Im Babylon Kino in Berlin filmten sie mit der OmniCam-360 an die 135 DarstellerInnen und berechneten aus diesem Material die Installation "tx-reverse 360°" für das ZKM.
Konzept und Regie: Martin Reinhart, Virgil Widrich
Musik und Sounddesign: Siegfried Friedrich
OmniCam-360: Jana Pape, Danny Tatzelt, Christian Weissig
Kamera: Martin Putz
Produktionsassistenz: Elias Wolf, Moritz Woll
Setton: Bastian Orthmann
Setfotos: Alexander Grennigloh
Programmierung: Matthias Strohmaier
Postproduktionsberatung: Leonard Coster
Postproduktion: Bernhard Schlick
Retouche: Dominic Spitaler
Kinotechnik: Bernd Rohde
Kinoorgel: Anna Vavilkina
Violine: Serkan Gürkan
Violoncello: Konstantin Zelenin
Gesang, Stimme: Marlene Umlauft
Stimmen: Ira Prodeus, Oleg Prodeus
Tonmischung: Georg Tomandl/Sunshine Mastering
VR Spatial Audio Mix: Thomas Aichinger, scopeaudio
VR Postproduktion: Axel Dietrich, vrisch
Dank an: Roberta Bianchini, Judith Bihr, Eva Dertschei, Christian Dürckheim-Ketelhodt, Timothy Grossman, Susanna Kraus – IMAGO, Ingrid Truxa, Peter Weibel

Gedreht im Babylon Berlin
Produktion: Virgil Widrich Film- und Multimediaproduktions G.m.b.H.
© 2018
Verleih: Sixpack Film

Finanziert von Bundeskanzleramt/Kunstsektion, Stadt Wien, Duerckheim Collection
Produziert in Kooperation mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe