Virgil Widrich
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Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 70% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 70% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 40% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 40% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 12% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 12% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 100% Schwarz
Einzelbild aus „Light Matter“, 2018: 100% Schwarz
Test für „Light Matter“, April 2018
Test für „Light Matter“, April 2018
Poster „Light Matter“, 2018
Poster „Light Matter“, 2018
„Light Matter“: Screenshot von Siegfried Friedrich (Musik), 2018
„Light Matter“: Screenshot von Siegfried Friedrich (Musik), 2018
„Light Matter“: Screenshot von Siegfried Friedrich (Musik), 2018
„Light Matter“: Screenshot von Siegfried Friedrich (Musik), 2018

Light Matter

Ein Schwarz-Weiß-Film, bei dem man Farben sehen kann. Gewinner von 13 internationalen Filmpreisen!

Jahr
2018
Art
Film
Filmeinsätze
104
Auszeichnungen
★ 13

A 2018, Kurzfilm, DCP, 2K, 1:1,85, Stereo
Länge: 5 min.
Ein Schwarz-Weiß-Film, bei dem man Farben sehen kann.

Zunächst kaum wahrnehmbar werden die anfänglich schwachen Lichtblitze im Verlauf von fünf Minuten kontinuierlich heller und intensiver. Gegen Ende hin steigern sie sich dann zu einem Stakkato aus Hell-Dunkel-Reizen, die beim Publikum psychedelische Farbeindrücke hervorrufen. Hält man den Film jedoch an, so zeigt sich, dass er bloß aus einer rhythmischen Abfolge weißer, grauer und schwarzer Kader besteht und selbst keinerlei Farbinformation enthält. Wodurch aber kommt es zu diesen überraschend starken Sinnestäuschungen?

„Light Matter“ macht sich ein physiologisches Phänomen zunutze, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von Gustav Theodor Fechner und Hermann von Helmholtz beschrieben wurde, bis heute aber wissenschaftlich nicht befriedigend erklärt werden konnte. Um die Jahrhundertwende wurde der Effekt schließlich als optisches Spielzeug vermarktet und seither nach dessen Erfinder, dem englischen Spielzeugmacher Charles Benham, benannt. Es geht dabei darum, dass der rasche Wechsel von hell und dunkel die Farbwahrnehmung im Gehirn ohne den Umweg über die Rezeptoren des Farbsehens im Auge auslöst. Die so erzeugten Farbwahrnehmungen sind jedoch extrem subjektiv und hängen von vielen Faktoren ab – so sehen z. B. Raucher keine oder andere Farben als Nichtraucher.

Virgil Widrichs Film erschöpft sich aber nicht im Erforschen und Nachstellen einer physiologischen Versuchsanordnung, sondern er hinterfragt in unerwarteter und klarer Weise, was das Kino ist. In „Light Matter“ wird dessen Konzeption dadurch erschüttert, dass die stoffliche Grundlage der visuellen Täuschung fehlt, sondern diese vollständig in den Köpfen des Publikums entsteht. Da jeder Mensch den Film anders wahrnimmt, mag sich auch die Selbstverständlichkeit des kollektiven Schauens nicht einstellen. Zusätzlich verstärkt wird die stark individuelle Wahrnehmung durch die psychoakustische Musik von Siegfried Friedrich, bei der beschleunigende Pulsationen mit spektralen Texturen kombiniert werden.

Martin Reinhart

Achtung! Dieser Film enthält blitzende Lichter, die unter Umständen nicht geeignet sind bei lichtempfindlicher Epilepsie.

Gewinner von 13 internationalen Filmpreisen!

Link zum Trailer.

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